
Jedes Didgeridoo spielt nur auf genau einer spezifischen Tonhöhe, die annähernd unveränderlich ist und eine Entsprechung in der Länge des Instruments findet. Diese spezifische Tonhöhe wird gerne als Grundton bezeichnet.
Häufig hört man dann Leute sagen, dass der Klang des Didgeridoos sich aus diesem Grundton und vielen Obertönen ergibt. Obertöne sind schlichtweg weitere Frequenzen, die zum Grundton dazukommen und die typische Klangfarbe eines Tons ausmachen. Genau genommen ist der Grundton selbst schon mit vielfältigen Obertönen gefärbt, denn ein reiner Grundton ist nur ein Sinuston. Er heißt so, weil er im Spektrometer als Sinuskurve erscheint. Sobald weitere Frequenzen diesen Ton anreichern, interferieren sie miteinander und erzeugen eine komplexere Klangkurve, die wir dann als „typischen Klang“ wahrnehmen. Der typische Didge-Sound ist also schon sehr reich an Obertönen.
Ab jetzt wird es spannend, denn diese Obertöne, also die anreichernden Frequenzen und damit die Klangfarbe, kann ich als Spieler beeinflussen. Deswegen klingt ein Didgeridoo eben nicht wie eine Trompete, auf der man stets denselben Ton spielt. Da lässt sich die Klangfarbe nämlich im Gegensatz zum Didgeridoo nur unmerklich verändern.
Erreicht wird das unter anderem durch die Zunge. Sie formt beim Sprechen insbesondere Vokale, und eben diese haben unterschiedliche Klangfarben, sonst könnte man ein „u“ nicht von einem „i“ unterscheiden. Durch Zungenbewegungen verändere ich also die Klangfarbe meines Didgeridoos. Und idealerweise sind es nicht zufällige oder willkürliche Bewegungen, sondern gezielt angesteuerte Bewegungen und Zungenpositionen, die vor allem den Vokalen entsprechen.


Was du also spielen willst, musst du sprechen oder besser: singen können! Oder andersherum: Was du nicht aussprechen kannst, kannst du auch nicht spielen. Unser gesamter Sprech- und Atemapparat ist damit die wichtigste Komponente bei der Klangbildung.