Name und Typus

Über den Namen „Didgeridoo“

Es gibt sehr viele verschiedene Namen für das Instrument je Clan und Sprachraum. Die für uns bekanntesten Namen aus Arnhem Land sind Yidaki und Mago. Yidaki ist der Yolngu-Name für das Didgeridoo; Mandapul ist seit 2011 der offizielle Yolngu-Name für Yidaki – siehe dazu einen Eintrag in der englisch-sprachigen Wikipedia. Mit diesen Namen verbinden wir durchaus sowohl Bauweisen als auch Spieltechniken.

Für den Namen „Didgeridoo“ gibt es verschiedene Begründungen (siehe dazu auch Wikipedia: Didgeridoo):

  • Der Name stamme aus dem Irischen: dúdaire dúth (gesprochen dudscherreh duh, übersetzt: Horn der Eingeborenen) – klingt sehr plausibel.
  • Der Name sei von der häufig zu hören gewesenden Klangsilbenfolge „Di-de-ri-du“ abgeleitet.
  • Umgekehrt ist es aber ebenfalls denkbar: Es lässt sich fast jede Silbenfolge auf dem Didgeridoo nachahmen. Daher fällt es nicht schwer, ein „typisches“ Klangbild, das sich wie „Didgeridoo“ anhört, zu erzeugen. Was also war zuerst: Henne oder Ei?
Arnhem Land-Typen

Die oben genannten Namen Mandapul und Mago lassen auch eine bauliche Unterscheidung zu und können, zumindest ganz grob, als grundlegende Bautypen angesehen werden (siehe dazu auch Stile auf Manikay.com):

  • Das Mandapul stammt aus dem Nordosten von Arnhem Land.  Es ist relativ dickwandig, im Halsbereich eher engröhrig bzw. sich im Klangtrichter weitend, auch mit ungeradem oder ungleichmäßigem Fraßgang oder aus nicht zwingend geradem Holz gewachsen, recht gut mit Obertönen ausgestattet. Es klingt irgendwie „dreckig“ oder „erdig“. Huptöne lassen sich ganz gut und oft in 2 oder sogar 3 Tonlagen erzeugen.
  • Das Mago hingegen stammt aus dem Südwesten von Arnhem Land und ist eher kürzer gebaut, deutlich dünnwandiger als das Yidaki, im Allgemeinen aus geradlinig gewachsenem Holz, nicht zwingend engröhrig, ebenfalls sehr reich an Obertönen, klingt aber deutlich „melodischer“. Im Wangga-Stil spielt man es eher weich und sanft, um den dennoch auch erdigen Klang „schön“ klingen zu lassen, man stellt also die Vokale heraus. Im Kun-Borrk-Stil (oder auch Gunborrk/Gunbarrk) wird es mit deutlich härterem Zungenschlag gespielt, ruppiger. Die Konsonanten stehen im Vordergrund. Passende Magos für diesen Stil sind nochmal dünnwandiger, eher konisch statt geradlinig gewachsen und mitunter mit deutlich größerem Innenraum als bei einem Yidaki. Huptöne sind so oder so schon eine Herausforderung auf dem Mago.

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