Bemalung

Die australische Aborigines Kunst findet ihre Übertragung auch auf Didgeridoos. Sie ist regional sehr verschieden. Zwei Regionen lassen sich besonders gut gegeneinander abgrenzen: die der Yolngu in Arnhem Land und die der Spinifex in der Great Victoria Desert in Westaustralien (zu australischer Aborigines Kunst empfehle ich die Galerie Artkelch):

  • Die Bemalung der Yolngu wird traditionell mit Naturfarben aus Ton, Lehm, Kalk und Kohle in den entsprechenden „Erdfarben“ gestaltet und mit Pinseln aus Grashalmen  oder feinen Haarpinseln aufgetragen (siehe dazu zum Beispiel didjiman’s Seiten). Insbesondere zwei Maltechniken treten hier auf:
    • rarrk im westlichen Arnhem Land bzw. marvat im östlichen Arnhem Land, die mit der sog. Cross Hatching-Technik Strichzeichnungen zum Gegenstand hat (im Bild: ein Mago aus der Beswick-Region, vermutlich späte 1980er Jahre).
      IMG_0880[1]Ihr Ursprung liegt im Clan-Design. Diese Technik wird auch heute noch in Zeremonien zur Körperbemalung genutzt. Eine ergänzende oder umgebende Bildgestaltung nimmt Motive des Clan-Designs auf, etwa Clan-typische Streifenmuster, oder zeigt abstrakte Natursituationen wie Buschgras oder Nahrungsquellen. Die Bilder zeigen ein Mago aus der Beswick-Gegend. Die Strichzeichnungen der Yolngu (siehe Beispiele bei Artkelch) grenzen sich stilistisch auch davon ab.
    • X-ray, bei der Tiere oder Menschen im Umriss gezeigt und ihre Innereien oder Knochen anatomisch angenähert wie im Röntgenbild aufgemalt werden.
  • Die Spinifex (siehe bzgl. ihrer Kunst auch Japingka) nutzen seit Anfang der 1970er Jahre eine Technik, die von Geoffrey Bardon in Papunya eingeführt wurde (siehe dazu Wikipedia: Geoffrey Bardon und vor allem das Honigtopfameisen-Wandgemälde):
    • Dot-Painting (siehe dazu CreativeSpirits.info). Hierbei wird Acrylfarbe genutzt. Das Farbspektrum ist dabei  breiter als das der Yolngu, die Farben wirken glänzender und frischer.Diese Technik ist leider und insbesondere bei der Bemalung von Didgeridoos beliebt, die aus Indonesien importiert werden und mit dem eigentlichen Dot-Painting nur noch das Verwenden von Farbpunkten gemeinsam haben. Häufig kommen dabei Maschinen zum Einsatz, die zuvor auf Folien aufgebrachte Bildnisse auf das Holz übertragen.

Das Dot-Painting ist seither auch in anderen Gegenden Australiens anzutreffen, etwa in der Utopia-Community nördlich von Alice Springs, wobei sich die Malstile auch wieder von der Spinifex-Variante unterscheiden. Die zu sehenden Didgeridoos stammen aus derIMG_0887[1] Alice IMG_0888[1]Springs-Gegend, das blau bemalte ist definitiv ein Didgeridoo aus der Gemeinde Utopia; beide wurden zwischen 2001 und 2005 gebaut.

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